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Unwetter bremst die Radler aus

Von Marianne Hoffmann

VOR-TOUR DER HOFFNUNG Entwurzelte Bäume und abgerissene Äste zwingen zu Umleitungen / Ankunft in Essenheim und Jugenheim

ESSENHEIM/JUGENHEIM – Es ist dem Unwetter der Nacht geschuldet, dass die etwa 180 Radler mit ziemlicher Verspätung in „Bad Essenheim“ ankommen, wie Klaus Hafner, Mainz 05-Stadionsprecher, das rheinhessische Weindorf nennt, das heute Gastgeber der „Vor-Tour der Hoffnung“ ist. Hafner und Heike Boomgaarden, SWR-Pflanzenexpertin, sind als Vorhut schon am Essenheimer Rathaus angekommen. Hafner berichtet, dass zahlreiche entwurzelte Bäume und abgerissene Äste die Radler der 22. „Vor-Tour der Hoffnung“ und ihre Polizeieskorte dazu zwingen, einige Umleitungen zu nehmen.

Natürlich nutzen einige Damen die Gelegenheit, sich Tipps für Garten und Balkon von der Gartenexpertin zu holen, während Hafner ein pinkes Sparschwein hochhält und jemanden sucht, der damit zu den Menschen geht, um für den guten Zweck zu sammeln. Eine der Damen, die das Buffet für die Radler gerichtet haben, übernimmt. Seit 1996 gibt es die „Vor-Tour der Hoffnung.“ In den vergangenen Jahren sind über drei Millionen Euro zusammengekommen, die vorzugsweise an Kinderkliniken und die Krebsforschung gespendet werden. Es ist eine stolze Summe, die mit ehrenamtlichem Engagement und Unterstützung von Prominenz aus Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur erreicht wurde. Die dreitägige Tour 2017 startet und endet täglich in Bingen, am Sonntag führt sie unter anderem durch Münster-Sarmsheim und Waldalgesheim, am Montag durch Rheinböllen und St. Goar zurück, und am Dienstag schließlich radeln die Teilnehmer über Essenheim, Jugenheim, Wörrstadt und Alzey zurück nach Bingen, wo die Tour am Abend ihr Ende findet.

Die Radler sind immer noch nicht in Sicht, immer mehr Menschen kommen. Um die Zeit zu überbrücken, wird spontan gesungen, und was passt besser als „Auf uns“ von Andreas Bourani. Dann ist es soweit, der Pulk der Radler kommt auf dem Dalles, dem Dorfplatz am Rathaus, zum Stehen, die Radler in schwarz-weiß und roten Helmen ergeben ein imponierendes Bild. Ortsbürgermeister Hans-Erich Blodt begrüßt und kommt ziemlich schnell zur Sache. Ein Scheck über 1519,36 Euro wechselt den Besitzer. Den Betrag, den die Gemeinde Essenheim und die Vereine gestiftet haben, nimmt der Organisator Jürgen Grünwald dankbar entgegen. Hans Peter Durst, zweifacher Goldmedaillengewinner der Paralympics in Rio 2016, hat eine Spende von 2190 Euro für die „Vor-Tour der Hoffnung“ dabei, die er mit seinem Spezialfahrrad erstrampelt hat, 5000 Euro kommen von einer Firma für Fahrradhelme.

Wegen der Verspätung geht es frisch gestärkt fix wieder auf die Fahrräder und auf nach Jugenheim. Dort wartet Ortsbürgermeister Herbert Petri mit den Kindergartenkindern und vielen Neugierigen auf die Radler. Die Sonne strahlt, der Imbiss ist gerichtet, und Herbert Petri kann einen Scheck über 1250 Euro aus dem Kuchenverkauf anlässlich der 1250-Jahrfeier der Gemeinde überreichen. Weitere Spenden aus privaten Initiativen folgen. Und bei der Tour immer dabei ist ein Auto, das man durch den Erwerb von Losen gewinnen kann. Vielleicht geht das Auto im Wert von über 20 000 Euro ja nach Essenheim oder Jugenheim.