Die „VOR-TOUR der Hoffnung“

In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Prominent aus Sport, Politik und Wirtschaft in den Dienst der guten Sache gestellt, z. B. Annika Mehlhorn, Bernd Cullmann, Björn Glasner...

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Team aus Buchholz startet beim härtesten Radrennen der Welt

Von Hansjürgen Melzer

Gerry Hoffmann entspannt vor der Golden Gate Bridge, die Beine hochgelegt. Das Foto vom 5. Juni, das auf der Homepage des Teams "Buchholz Goes America" zu sehen ist, wird bald der Vergangenheit angehören.

Zeit zum Müßiggang hat der 51-jährige Diplomingenieur, der bereits drei Wochen vor dem Race Across America nach Kalifornien reiste, nicht mehr allzu lange. Am Samstag, 18. Juni, startet das Team aus Buchholz zum zweiten Mal beim RAAM.

Neben Hoffmann sind das Waltraud und Rolf Nett sowie Klaus Käfer, der beim ersten Start vor zwei Jahren noch als Betreuer im Einsatz war. Das Ehepaar Nett und Klaus Käfer reiste gemeinsam mit Betreuerin Birgitt Lohschelder-Käfer im Gegensatz zu Hoffmann erst am 10. Juni an. Die weiteren Betreuer Isabell Döring, René Döring, Sonja Schwarz und Beppo Miebach flogen erst am Mittwoch in die Staaten.

4 800 Kilometer liegen zwischen dem Start an der Westküste im kalifornischen Oceanside und dem Ziel an der Ostküste in Annapolis. Vier Zeitzonen werden dabei nonstop durchfahren. Mehr als 30 000 Höhenmeter müssen in den Rocky Mountains und den Appalachen überwunden werden.

Regionen mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen sind zu durchqueren, unter anderem die Mojave-Wüste, wo sich 57 Metern unter Meereshöhe der tiefste Punkt der Strecke befindet. Aber auch mehrere über 3 000 Meter hohe Pässe sind zu passieren. Vor zwei Jahren wollten die Buchholzer ihre Klasse gewinnen, was ihnen in als Viererteam in der Mixed-Klasse über 50 Jahre auch gelang, dieses Mal wollen sie den Streckenrekord, der bei sechs Tagen, 19 Stunden und 59 Minuten liegt, verbessern.

Dazu müssten sie drei Stunden schneller als damals sein und einen Schnitt von 30 Stundenkilometern fahren. Die minutiöse Marschtabelle hat Rolf Nett, der Cheflogistiker bei Hayes Lemmerz in Königswinter ist, in mühevoller Kleinarbeit ausgearbeitet. Die Buchholzer vertrauen auf eine Taktik, die sie von den meisten anderen Mannschaften unterscheidet.

Während die meisten Konkurrenten auf der Strecke bleiben und nicht mehr als zwei bis drei Stunden im Wohnmobil schlafen, bilden die Buchholzer zwei Teams zu je zwei Fahrern und zwei bis drei Betreuern, die sich alle zwölf Stunden ablösen. Während das eine Team auf der Piste ist, fährt das andere bereits zum Wechselpunkt vor und geht dort in ein Hotel. Dort wird gegessen, geduscht und fünf bis sechs Stunden geschlafen. Mit dieser Taktik fuhr das Team bereits im Jahr 2009 ausgezeichnet.

Dabei sind die Buchholzer nicht nur für das eigene Ego unterwegs. 50 000 Euro möchte das Team für den guten Zweck einsammeln. Das Geld soll an die "Vortour der Hoffnung" gehen, die Teil der Hilfsorganisation "Tour der Hoffnung" ist, die sich für krebskranke Kinder einsetzt. Deshalb suchen die Buchholzer Sponsoren, die pro gefahrenen Kilometer zehn Euro springen lassen. Das Spendenbarometer zeigte zuletzt 8 290 Euro, es ist also noch Luft nach oben.

Artikel vom 16.06.2011

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