Auf zwei Rädern der Sonne entgegen
Siebengebirge. Sie planen etwas ganz Großes: 4 800 Kilometer in weniger als sieben Tagen quer durch die USA beim Race Across America, dem härtesten Radrennen der Welt.
Und sie haben sich sogar etwas noch Größeres vorgenommen: 50 000 Euro für krebskranke Kinder wollen Waltraud und Rolf Nett, Gerry Hoffmann und Klaus Käfer vom Team Buchholz Goes America bei Sponsoren und Spendern sammeln. Die gute Sache fährt also mit.
Die Sportler suchen Sponsoren, die pro gefahrenem Kilometer zehn Euro springen lassen. Die Namen werden auf der Homepage veröffentlicht. Einen kleineren Betrag haben sie bereits eingesammelt. Bis Montag waren 1 150 Euro zusammengekommen. Die ersten und letzten zehn Kilometer sind bereits vergeben.
Das Geld geht an die "Vortour der Hoffnung". Sie ist Teil der Hilfsorganisation "Tour der Hoffnung", die für die Belange krebskranker Kinder eintritt. An der Vortour der Hoffnung, einer Fahrradtour, nehmen jedes Jahr Olympiasieger, Weltmeister und prominente Personen des öffentlichen Lebens, im Jahr 2009 Bundespräsident Horst Köhler, teil.
Bis auf Klaus Käfer, der damals noch als Betreuer im Einsatz war, gingen die Buchholzer bereits vor zwei Jahren beim RAAM an den Start. Damals wollten sie ihre Altersklasse gewinnen, was nicht schwer war, da sie das einzige Viererteam in der Mixed-Klasse über 50 Jahre stellten.
Beim diesjährigen Rennen, das am 18. Juni in Oceanside/Kalifornien gestartet wird und nach Annapolis an der Ostküste führt, haben sie sich vorgenommen, den Streckenrekord für ihre Altersklasse, der bei sechs Tagen, 19 Stunden und 59 Minuten liegt, zu verbessern. Dafür müssten sie etwa drei Stunden schneller sein als 2009 und einen Schnitt von 30 Stundenkilometer fahren.
Zu Grunde liegt dem Vorhaben eine minuziöse Marschtabelle, den Rolf Nett, der im Berufsleben Cheflogistiker bei Hayes Lemmerz in Königswinter ist, ausgetüftelt hat. Dabei hat er das komplette Streckenprofil als siebeneinhalb Meter langen Plan aneinandergeklebt, um danach festzulegen, wer welchen Streckenabschnitt fährt: die Spezialisten auf den bergigen Abschnitten, immerhin geht es in den Rocky Mountains bis auf 3 000 Meter über dem Meeresspiegel, während manche Passagen unter Normalnull führen.
Vor zwei Jahren hielten die Buchholzer diese Tabelle tatsächlich bis auf zwei Stunden genau ein. Besonders eindrucksvoll ist die Etappe durch das Monument Valley und die Wüste. In den Abendstunden profitieren die Sportler dabei häufig von einem kräftigen Rückenwind, der den Sand auf die Asphaltpiste bläst. So viel, dass anschließend Schneepflüge zum Einsatz kommen.
Die Buchholzer haben außerdem eine Taktik, die sie von den meisten anderen Mannschaften unterscheidet. Der Großteil der Konkurrenten bleibt auf der Strecke und schläft höchstens zwei bis drei Stunden im Wohnmobil. Die Buchholzer hingegen bilden zwei Teams aus je zwei Fahrern und zwei bis drei Betreuern und wechseln sich alle zwölf Stunden ab. Während das eine Team auf der Strecke ist, fährt das andere bereits zum Wechselpunkt vor und geht in ein Hotel.
Dort wird gegessen, geduscht und fünf bis sechs Stunden geschlafen. Mit dieser Taktik kamen die Buchholzer bereits vor zwei Jahren glänzend zurecht. In der Vorbereitung legen die vier Fahrer zwischen 5 000 und 9 000 Trainingskilometer zurück, beim Schnee der vergangenen Wochen zum Teil in den eigenen vier Wänden - auf der Rolle.
Weitere Infos auf www.raam-buchholz.de
Quelle: General Anzeiger Bonn 18.01.2011






