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Die Benefiz-Radtour in Rheinland-Pfalz

Vom Rad in die Polonaise

VOR-TOUR DER HOFFNUNG Teilnehmer feiern bei Stopp in Hechtsheim

MAINZ – Warm ist es, hochsommerlich warm. Und die Radfahrer, die schon einen Gutteil ihrer 30-Kilometer-Tour hinter sich haben, tanzen, wo andere sich in die raren Schattenplätze auf dem Hechtsheimer Lindenplatz drängeln, Polonaise. „Das ist ja nur der Auftakt“, sagt Matthias Rinn, einer der sportlichen Leiter der „Tour der Hoffnung“. Die dreitägige „Vor-Tour“ des Benefiz-Radfahrmarathons führt in diesem Jahr erstmals durch Rheinhessen, angefangen am Sonntag in Finthen und mit Stopps in der Opel Arena, am Dom und in Heidesheim.

An den Stationen wurden die gut 120 Radler mit einem vor Ort auf die Beine gestellten Programm in Empfang genommen. Mit dabei: Der Schlagersänger Chris Bennett, der vor der Hechtsheimer Ortsverwaltung die für die Polonaise nötige Stimmung erzeugte. Die FWG steuerte Bratwürste bei, die Landfrauen Kaffee und Kuchen, Craft-Beer und Rebsaft gab es ebenfalls, und alle Erlöse fließen dem guten Zweck zu. „Die Vor-Tour gibt es nur in Rheinland-Pfalz“, erzählt Staatssekretär Salvatore Barbaro, der an der Planung der Strecke beteiligt war, die diesen Montag und Dienstag noch so einige Herausforderungen bereit hält, etwa erhebliche Steigungen in Nieder-Olm, Gau-Bischofsheim und Gensingen.

„Ein paar Leute aus dem Westerwald haben gesagt, in Rheinhessen gäbe es ja gar keine richtigen Berge und Hügel“, lacht Barbaro, „die wollte ich eines Besseren belehren.“ 250 Kilometer mit 2500 Höhenmetern kommen insgesamt zusammen. Zumindest einen kleinen Teil davon hat Malu Dreyer mit absolviert. „Es ist für alle Menschen, die eine Diagnose haben, total wichtig, dass sie Vorbilder haben und Menschen, die sich engagieren“, hält die Ministerpräsidentin fest. Es sei ein hoffnungsvolles Signal, „Menschen zu sehen, die tagelang unterwegs sind, schuften und was schaffen dafür, dass es mir besser geht.“ Wichtig sei dabei die „gute Laune, mit der der gute Zweck verfolgt wird“, so Dreyer: „Nichts ist schlimmer, als wenn Kranke auch noch mit trauernden Gesichtern angeschaut werden.“

420 000 Euro hat die Vor-Tour allein im rheinland-pfälzischen Norden vergangenes Jahr eingespielt. „Diese Marke wollen wir natürlich knacken“, kündigt Barbaro an, „die Polizisten sind ehrenamtlich hier, so viele Helfer stellen das ganze Jahr über Aktionen auf die Beine. Es ist eine Riesen-Familie, und wir freuen uns alle, wenn wir uns einmal im Jahr sehen.“ Auf der Tour machen zahlreiche Prominente mit, das Geld kommt krebskranken und hilfsbedürftigen Kindern zugute. „Wenn es einem selber gut geht und man gesunde Kinder hat, ist es doch eine Selbstverständlichkeit mitzufahren“, findet Rinn, „und man kann sicher sein, dass das Geld auch dort ankommt, wo es hin soll.“

Als letzte Sonntags-Etappe steuerten die Radler beim Gonsenheimer Prolog das Parkfest der Kleppergarde an, wo sie sich labten und Teile des Musikprogramms genießen konnten. Auf der Bühne stellten sich unter anderen auch prominente Teilnehmer aus dem Sportbereich, darunter Olympiasieger und Weltmeister, vor. Ortsvorsteherin Sabine Flegel würdigte ihren Einsatz und händigte Schecks mit den Gonsenheimer Spenden in Höhe von 3500 Euro aus. Darunter größere Zuwendungen von Sparkasse und VR-Bank. Sie werden noch ergänzt um Sammelaktionen der Kleppergarde.

Quelle: Allgemeine Zeitung, 08.08. Von Torben Schröder und Joe Ludwig